Verdauungsmythen im Fakten-Check

Gängige Empfehlungen und was dran ist

Weihnachtszeit ist Genusszeit. Grund genug, einigen Mythen rund ums Thema Verdauung genauer auf den Zahn zu fühlen. Vom Schnaps „zur besseren Verdauung“ bis zur Stunde Ruhezeit nach dem Essen im Hallenbad: Was ist dran an diesen Weisheiten?

Direkt nach dem Essen sollte man nicht schwimmen

Stimmt!

Der Magen-Darm-Trakt benötigt während der Verdauung viel Blut. Muskeln und Gehirn werden geringer versorgt und der Körper kann weniger Leistung erbringen. Sich kurz abzukühlen, ist unproblematisch, mit dem Schwimmen in sportlicher Hinsicht sollte man jedoch etwas abwarten – insbesondere bei bestehenden Herz- und Kreislauf-Problemen.

 

Schnaps fördert die Verdauung.

Falsch! 

Alkohol verzögert unsere Verdauung sogar. Das angenehme und erleichternde Gefühl kommt daher, dass die Magenmuskulatur entspannt – doch genau deshalb kann der Magen seine Arbeit nicht verrichten und wir haben länger mit Völlegefühl zu kämpfen.

 

Stress schlägt auf den Magen.

Stimmt! 

Bei vielen Menschen äußern sich Stressreaktionen durch Magenschmerzen, Durchfall oder andere Verdauungsprobleme. Neben dem zentralen Nervensystem (im Gehirn) existiert das enterische Nervensystem im Verdauungstrakt. Sein Netzwerk aus Nervenzellen hilft, die Verdauung zu steuern und zu regulieren. Die beiden Systeme sind eng miteinander verknüpft und können sich gegenseitig beeinflussen. Hat man also Ärger oder Stress, bekommt der Bauch das zu spüren und reagiert dementsprechend.

 

Zum Essen sollte man nichts trinken.

Falsch! 

Ungesüßte Getränke wie Wasser oder Tee unterstützen sogar die Verdauung, denn Ballaststoffe können durch die Flüssigkeitsaufnahme besser quellen. Dadurch wird der Speisebrei geschmeidiger und die Verdauung wird sogar gefördert.

 

Der Darm muss entschlackt werden.

Falsch! 

Viele Menschen schwören auf Fastenkuren, um die durch ungesunde Ernährung angesammelten Schadstoffe („Schlacken“) auszuscheiden. In der medizinischen Wissenschaft konnte jedoch die Existenz solcher Schlacken nie festgestellt werden. Bei einem gesunden Verdauungsprozess bleiben weder Gifte noch Schlacken zurück. Tatsächlich entstehende Stoffwechsel-Endprodukte werden vom Körper selbst ausgeschieden.

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Im Interview:
Silke Salay ist Wegweiserin für Ernährung und Wohlbefinden bei der BKK VerbundPlus.

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Veröffentlicht: 01.12.2023 - Aktualisiert: 19.12.2023