Psychische Gesundheit

Vorurteile und Mythen entlarvt

Die Gedanken kreisen um Probleme. Sorgen, Trauer oder Angst bestimmen den Alltag. Wer sich in diesen Phänomenen wiedererkennt, dessen psychische Gesundheit ist hohen Belastungen ausgesetzt. Doch wann Hilfe in Anspruch nehmen? Und was sagt das über die Betroffenen aus? Wir räumen mit einigen typischen Missverständnissen und Vorurteilen rund um psychische Gesundheit auf.

Missverständnis 1:

Wer psychisch erkrankt ist, ist geistig schwach

Fakt: Das eine hat mit dem anderen nicht das geringste zu tun. So, wie eine Infektion oder Verletzung vom Top-Athleten bis zum Senior jeden treffen kann, kann auch eine psychische Erkrankung Menschen allen Alters und aller Schichten treffen.

Missverständnis 2:

Jugendliche haben keine psychischen Probleme, nur Stimmungsschwankungen

Fakt: Klar, in der Pubertät spielen die Hormone verrückt. Und, ja, Teens sind öfter mal launisch, ohne, dass gleich eine Erkrankung dahinter steckt. Andererseits: Mehr als jeder zehnte Jugendliche hat ein ernsthaftes psychisches Leiden. Ein Großteil der psychischen Erkrankungen fängt auch in dieser Lebensphase an. Man sollte entsprechende Symptome daher keinesfalls einfach leicht abtun.

Missverständnis 3:

Wer Erfolg und Freunde hat, ist vor psychischen Erkrankungen sicher

Fakt: Leider ist dem nicht so. Eine Depression etwa kann auch all jene treffen, die von Außen betrachtet rundum glücklich und zufrieden sein könnten. Von Faktoren wie Erfolgsdruck oder Identitätsfindung bis hin zu Veranlagung können viele Auslöser für Depressionen und Angstzustände existieren.

Missverständnis 4:

Die Psyche braucht nur Pflege, wenn sie angegriffen ist

Fakt: Keineswegs. So, wie man seinen Körper pflegt, kann und sollte man das auch mit dem Geist tun. Sinnvoll ist immer, sich abzufragen, was einem gut tut oder belastet, wo man abschaltet und was Stress verursacht. Idealerweise findet man hier eine gesunde Balance.

Missverständnis 5:

Starke Persönlichkeiten leiden psychisch nicht

Fakt: Nur wer tatsächlich eine starke Persönlichkeit ist, schafft es, sich einzugestehen, dass er oder sie womöglich Hilfe braucht. Psychische Erkrankungen können tückisch sein und sich rein durch Willenskraft manchmal nicht bewältigen lassen. Insofern gilt auch hier: Wahre Stärke zeigt sich in der Auseinandersetzung mit den Problemen.

Missverständnis 6:

Vor psychischen Erkrankungen gibt es keinen Schutz

Fakt: Doch, den gibt es, wenn auch nicht zu 100 %. Aber: Wer sich sozial verhält, seine Emotionen zu lenken lernt und gute, herzliche Bindungen mit Freunden und Familie pflegt, hat ein signifikant geringeres Risiko, zu erkranken. Ein als angenehm empfundenes Umfeld in Schule oder Arbeit trägt ebenso dazu bei wie ein gesunder, bewusster Lebensstil.

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Veröffentlicht: 23.09.2022 - Aktualisiert: 30.09.2022