Zen für Einsteiger
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Zen für Einsteiger

Kraftvolle Weisheiten aus Fernost für den Alltag

Glück und Zufriedenheit sind sehr individuell. Manchmal hilft es auf dem Weg dazu bereits, im Alltag innezuhalten, sich des Hier und Jetzt bewusst zu werden und über manche Dinge zu reflektieren. Dabei können Elemente des Zen-Buddhismus helfen. Einige der kraftvollen Lebensweisheiten haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Die Lehre des Zen-Buddhismus

Um Zen-inspirierte Weisheiten besser zu verstehen, lohnt sich zunächst ein Blick auf die eigentliche Lehre des Zen-Buddhismus. Sie besagt, vereinfacht ausgedrückt, unter anderem, dass wahrer Friede und wahres Glück nur von innen kommen können. Sprich: In uns selbst liegt der Schlüssel, das Leben wahrhaft mit Sinn zu erfüllen.

Was versteht man eigentlich unter Zen?

Zen bezeichnet eine Strömung des Buddhismus und gehört zu dessen Hauptrichtung Mahayana. Für Zen-Anhänger sind Verständnis und Erkenntnis das große Ziel. Den gegenwärtigen Augenblick bewusst wahrzunehmen ist dabei eine der essentiellen Leitlinien.

In der Praxis sollen beispielsweise Meditation und Reflexion zu diesem Zustand verhelfen. Der Glaube an Buddha ist dabei insofern anders als in anderen Religionen, weil hier kein direkter Einfluss eines göttlichen Wesens auf unser irdisches Dasein im Mittelpunkt steht. Stattdessen geht es darum, aus eigener Kraft über das gewöhnliche Bewusstsein hinaus zu gehen und sich von negativen Begierden und Gefühlen frei zu machen.

10 kraftvolle Zen-Weisheiten

Die folgenden zehn Zen-inspirierten Weisheiten können im Alltag zu mehr Gelassenheit, Ruhe, Sicherheit und Fokus verhelfen. Nehmen Sie sich die Zeit und denken Sie einmal darüber nach – es lohnt sich:

Zen Weisheit 1

„Wenn du nicht in der Lage bist, die Wahrheit genau dort zu finden, wo du bist, wo willst du sie sonst finden?”

Die allermeisten Menschen suchen ihr Glück in materiellen Dingen oder in der Welt ringsum: In Autos, Uhren, Häusern, auf Reisen, Feiern oder dergleichen mehr. Doch auch wenn diese Dinge nicht per se schlecht sind, verraten sie uns doch nichts über uns selbst. Um uns besser zu verstehen und wirklich wir selbst sein zu können, müssen wir uns von diesen äußeren Einflüssen ein Stück weit frei machen. Wir müssen in uns hineinhorchen und uns selbst kennenlernen.

Der Weg zur Selbsterkenntnis liegt eben nicht an fernen Orten oder in künftigen Tätigkeiten – er liegt in unserem Geist. Und zwar jederzeit. Genau deshalb ist es so wichtig, den gegenwärtigen Moment bewusst wahrzunehmen.

Zen Weisheit 2

„Der Sinn des Lebens ist, zu leben.”

Höher, schneller, weiter. So viel zu tun. So viel, das man noch erleben, sehen, erledigen will oder muss. So viel, an das man noch denken muss … Stopp! Diese Weisheit will uns sagen, dass es keinen Sinn macht, ständig in der Zukunft – oder gar in „Was-wäre-wenn“-Szenarien – zu leben und zu denken. Viel wichtiger als die Tempo-Spirale ständig hochzudrehen ist, sich bewusst zu machen, was im Moment geschieht. Was man hat, tut, erlebt. Wie man sich damit fühlt. Und als Konsequenz daraus auch mal zufrieden zu sein und das Leben in diesem Augenblick zu genießen. Oder, um es in einer bekannten Volksweisheit zu sagen: „Das Leben ist zu kurz (für Dauerstress)“.

Zen Weisheit 3

„Hindernisse versperren nicht den Weg. Sie sind der Weg.”

In der Zen-Lehre geht es um Wachstum. Um Weiterentwicklung. Denn nur durch sie kann man Erkenntnis erlangen – über sich selbst und das Sein. Eine essentielle Erkenntnis ist: Hindernisse gehören zu unserem Leben dazu. Zu ausnahmslos jedem Leben. Und obwohl wir sie sehr individuell empfinden und bewerten, sollten wir uns in unserer persönlichen Entwicklung von diesen Hindernissen nicht entmutigen lassen, weiter unseren Weg zu gehen. Vielleicht hadern wir mit ihnen. Vielleicht verstehen wir zunächst nicht, weshalb sie ausgerechnet uns treffen.

Doch um unseren inneren Kompass zu finden und unser Ziel klar zu sehen, gehört es dazu, sie zu überwinden. Sie helfen uns nämlich, herauszufinden, wo und wie es für uns weitergeht – ob beruflich, privat oder in der spirituellen Sinnsuche. Alles kann uns zu Erkenntnis verhelfen, jede Schwierigkeit etwas Gutes in sich bergen. Sich damit auseinanderzusetzen und daraus zu lernen, ist der Sinn des Lebens.

Zen Weisheit 4

„Das Leben ist eine Balance aus Festhalten und Loslassen.”

Es gibt Dinge im Leben, die sind es wert, dass wir um sie kämpfen. Dass wir Arbeit und Mühe investieren, um nicht leichtfertig etwas – oder jemanden – zu verlieren. Es gibt Träume, die wir verfolgen sollten, auch wenn wir Rückschläge erleiden, und Wege, die wir gehen sollten, auch wenn sie steinig sind. Umgekehrt gibt es Dinge, die ihre Zeit hatten. Die wir los- und gehen lassen müssen. Das können Freundschaften und Beziehungen sein. Menschen, die uns nahestehen. Aber auch Jobs und Hobbies, Gewohnheiten und Überzeugungen.

Um Erkenntnis und Zufriedenheit zu finden, müssen wir uns damit immer wieder auseinandersetzen. Uns immer wieder fragen, was gut und wichtig für uns ist, und was womöglich nicht mehr Teil unseres Lebens sein kann oder sollte. Und, ebenso wichtig: Manchmal müssen wir akzeptieren, dass das Schicksal uns Dinge oder Personen nimmt. Egal, wie sehr wir an ihnen hängen oder sie vermissen werden. Dennoch weiterzugehen und nicht in Selbstmitleid zu versinken, ist der Weg des Zen.

Zen Weisheit 5

„Bist du traurig, lebst du in der Vergangenheit. Hast du Angst, lebst du in der Zukunft. Lebst du in Frieden, lebst du in der Gegenwart.”

Dieser Gedankengang fasst zusammen, weshalb im gegenwärtigen Augenblick zu leben eine derart zentrale Rolle im Zen spielt. Natürlich können wir aus der Vergangenheit lernen. Und natürlich macht es Sinn, die Zukunft zu planen. Doch wenn wir konstant dem hinterhertrauern, was war – oder hätte gewesen sein können – vergessen wir, unser Leben wirklich zu leben. Selbiges gilt für die Zukunft. Sie ist naturgemäß voller Ungewissheiten. Und Ungewissheit macht uns Angst, kann uns hemmen und zurückhalten. Umso wichtiger ist das Hier und Jetzt. Wir wissen, wo wir sind, wo wir stehen, was wir haben. Und sich dessen bewusst zu werden kann sehr erfüllend – und manchmal auch erleuchtend – sein.

Zen Weisheit 6

„Nährt euren Geist mit großen Gedanken, denn ihr geht nie höher, als ihr denkt.”

Wir alle haben Zeit, die wir für uns nutzen können, um über uns und unser Leben nachzudenken. Manche mehr, manche weniger. Aber die Frage ist: Womit beschäftigen wir uns in dieser Zeit? Denken wir nur an den nächsten Einkauf, die Arbeit, unsere Hobbys? Oder reflektieren wir Gehörtes, Gelesenes, Gesehenes? Wenn wir Letzteres tun, haben wir die Chance, unseren Horizont zu erweitern. Wir erweitern unser Wissen. Sind geistig rege. Nehmen neue Perspektiven ein. Kommen auf frische Ideen. Kurz: Wir wachsen als Persönlichkeit. Und finden so zu mehr Erkenntnis und Seelenfrieden.

Natürlich gehört dazu, sich die passenden Inhalte zuvor zu Gemüte zu führen. Das Medium ist dabei egal – ob Vortrag oder (Hör-)Buch, Video oder Gespräch. Wichtig ist, Inspiration zu finden und den Geist schweifen zu lassen.

Zen Weisheit 7

„Leere deinen Geist und sei so formlos wie Wasser. Sei Wasser, mein Freund.”

Dieser – vergleichsweise bekannte Spruch – stammt nicht wirklich von einem Zen-Meister. Könnte er aufgrund seiner Tiefe und Botschaft aber. Tatsächlich ist der Zitatgeber einer der größten Kampfkünstler und Visionäre des 20. Jahrhunderts: Bruce Lee. Während man die Weisheit logischerweise auf seinen Kampfstil beziehen kann, hat sie doch auch eine weit universellere Komponente. Nämlich, dass unser Leben sich ändert. Ständig. Mal zum Guten, mal zum Schlechten. Wenn wir demgegenüber eine gewissen Gelassenheit entwickeln und lernen, uns Situationen anzupassen, sind wir auf dem richtigen Weg.

Das hat nichts mit Fatalismus zu tun, im Gegenteil: Veränderungen anzunehmen und weiter „im Fluss“ zu bleiben – so wie es das Wasser tut – macht uns stark und resilient. Und hilft, ein zufriedeneres Leben zu führen.

Zen Weisheit 8

„Wenn du andere glücklich machen willst, zeige Mitgefühl. Wenn du selbst glücklich sein willst, zeige Mitgefühl.”

Zen-Weisheiten und das Credo des „lebe den Moment“ mögen auf den ersten Blick recht ego-zentriert und selbstfixiert klingen. Doch das täuscht. Eines der Kernelemente des Buddhismus, und somit auch des Zen, ist, Mitgefühl zu haben und zu zeigen. Der Spruch muss insofern nicht großartig erklärt oder interpretiert werden – dennoch gehört er in diese Liste. Denn wir sollten uns immer wieder vor Augen rufen, wie bereichernd es sein kann, selbst andere Menschen zu bereichern.

Zen Weisheit 9

„Vor der Erleuchtung zerkleinere Holz, trage Wasser. Nach der Erleuchtung zerkleinere Holz, trage Wasser.”

Unser Leben ist voller Aufgaben. Manche bekommen wir gestellt, manche stellen wir uns selbst. Dabei ist es leicht, sich in einem Gewirr aus To-dos zu verlieren und (Zwischen-)Erfolge nicht mehr zu würdigen. Denn: Selbst wenn wir unsere Ziele erreichen, heißt das nicht, dass wir uns dann zufrieden zurücklehnen und den Rest einfach geschehen lassen – geschweige denn das Leben entspannt genießen – können. Nicht einmal, wenn dieses Ziel „Erleuchtung“ ist. Sie zu finden, ist kein Endpunkt. Es ist ein Zwischenstopp. Anders gesagt: Selbst wenn wir unsere großen Lebensziele erreichen: Das Leben geht danach weiter. Wir müssen dann immer noch Aufgaben erfüllen und Arbeit verrichten.

Eine andere Interpretationsmöglichkeit dieser Zen-Weisheit kann auch sein: Erleuchtung ENTSTEHT überhaupt erst durch Routine. Wenn wir wieder und wieder und wieder dasselbe tun, werden wir irgendwann Meister darin werden. Das gilt auch, wenn es beispielsweise darum geht, uns Glück vor Augen zu führen. Irgendwann wird es zur Angewohnheit. Wir erkennen, was uns glücklich macht – und wie viel Grund wir haben, glücklich zu sein. Jemand anderem mag dies gar nicht auffallen. Doch man selbst sieht die Welt und das eigene Leben mit anderen Augen.

Zen Weisheit 10

„Das einzige Zen, das du auf den Gipfeln der Berge findest, ist das Zen, das du dort hochbringst.”

Die Meinung anderer Menschen, materielle Besitztümer, die Orte, an denen wir uns aufhalten … all das sind äußere Umstände. Sie können uns nur bis zu einem gewissen Grad helfen, zufrieden zu sein. Um zu wissen, wer wir sind, was wir wollen und was uns wirklich glücklich macht, müssen wir in uns selbst fündig werden.

Wir können nicht erwarten, irgendwohin, an etwas – oder zu irgendwem – zu kommen, und dieser Ort, diese Person, dieses Erlebnis oder dieser Gegenstand macht uns glücklich. Wahren Frieden, echte Bestimmung und Erkenntnis, sprich unser persönliches Zen, können wir nur im Innern finden und mit uns tragen. Es begleitet uns, wohin wir auch gehen. Aber es wartet nicht irgendwo da draußen auf uns.

Was also können wir aus diesen zehn beispielhaften Weisheiten mitnehmen?

Man muss nicht gleich zum Zen-Anhänger werden, um aus diesen Weisheiten etwas Positives für den Alltag mitzunehmen. Sie sind nichts Abstraktes oder Altes – sie sind Teil unseres Alltags. So spiegelt sich der Grundgedanke zum Beispiel auch in dem Kampagnen-Claim „Lebe hier. Lebe jetzt. Lebe wohl.“ der BKK VerbundPlus wieder.

Denn auch dahinter steckt die Botschaft: „Höre auf dich und deine Gedanken und Empfindungen. Erfahre Freude an Mitmenschlichkeit. Und genieße immer öfter auch einfach das Hier und Jetzt.“ Das zu beherzigen, kann unser aller Leben ein klein wenig besser machen.

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Veröffentlicht: 17.09.2021 - Aktualisiert: 14.01.2022